Am Wochenende waren wir als Familie rodeln. Endlich Schnee!
Wie so oft mit Kind(ern) und Hund war der Weg dorthin allerdings alles andere als spontan: Zwei Kinder anziehen, den Hund satteln, den Buggy herrichten, Essen und Trinken einpacken, Mützen, Handschuhe – irgendwas fehlt ja immer. Dann liefen wir bei Sonnenschein und ein bisschen Schnee zum Rodelhang.
Dort angekommen war die Stimmung gut. Rodeln wollten allerdings nicht alle gleich viel:
Ein Kind rutschte nur ein einziges Mal, das andere überwand sich ein paar Mal und hatte dann auch richtig Spaß dabei. Der Hund wartete oben neben dem Buggy und beobachtete ruhig das Geschehen.
Als wir später wieder nach Hause gingen, kam mir ein Gedanke:
War das für das kleine Kind und für den Hund nicht langweilig? Sie hatten ja „fast nichts gemacht“.
Aber je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir:
Die beiden waren die ganze Zeit sehr beschäftigt – nur eben anders.
Es waren viele andere Familien da. Kinder rutschten den Hang hinunter, Menschen kamen und gingen, es gab Geräusche, Bewegungen, Stimmung.
Das kleine Kind beobachtete all das aus dem Buggy heraus. Der Hund saß auf seinem Platz und nahm die Umgebung aufmerksam wahr. Beide wirkten ruhig, interessiert und zufrieden. Sie warteten gelassen, bis wir wieder vorbeikamen.
Und tatsächlich:
Obwohl sie selbst kaum aktiv gerodelt oder „mitgemacht“ hatten, waren beide am Ende des Ausflugs zufrieden und ausgeglichen.
Beobachten kann fordernd sein.
Es ist keine passive Tätigkeit, auch wenn sie von außen oft so wirkt. Beim Beobachten werden Eindrücke verarbeitet, Situationen eingeschätzt, Erfahrungen gesammelt. Man lernt, ohne selbst handeln zu müssen.
Beobachten hilft dabei zu entscheiden:
– Will ich da mitmachen oder nicht?
– Ist das sicher?
– Interessiert mich das?
– Brauche ich gerade Ruhe oder Nähe?
Gerade im Alltag mit Kind und Hund haben wir häufig das Gefühl, ständig etwas anbieten, animieren oder „beschäftigen“ zu müssen.
Wir wollen, dass niemand zu kurz kommt, dass alle ausgelastet sind, dass keine Langeweile entsteht.
Dabei übersehen wir leicht, dass Beobachten bereits eine Form von Aktivität ist.
Wenn wir Kindern oder Hunden ständig vermitteln, dass Zuschauen nicht reicht, sondern dass sie etwas tun müssen, nehmen wir ihnen eine wichtige Kompetenz:
sich selbst ein Bild zu machen, Eindrücke einzuordnen und eigene Entscheidungen zu treffen.
Beobachten ist auch eine Form des Zuhörens – gegenüber der Umwelt, aber auch gegenüber sich selbst.

Ein schönes Beispiel dafür ist der Hund, der viel Zeit am Fenster verbringt.
Von außen wirkt das oft wie „nichts tun“. Tatsächlich beobachtet der Hund vielleicht seine Umgebung sehr intensiv: Menschen, Geräusche, Bewegungen, Veränderungen.
Das kann eine sinnvolle Beschäftigung sein – eine Art, sich mit der Umwelt auseinanderzusetzen.
Es kann aber auch zum Stressor werden.
Ein Hund, der den ganzen Tag „Wache hält“, arbeitet permanent. Auch wenn er ruhig wirkt, ist er innerlich aktiv. Dieser Dauerstress kann dazu führen, dass er in anderen Situationen schneller reagiert, ungeduldiger wird oder unerwünschtes Verhalten zeigt.
Hier lohnt sich genaues Hinsehen – nicht vorschnelles Bewerten.
Wenn du im Leben mit Kind und Hund gut beobachtest, hast du bereits die halbe Miete in der Hand.
Denn durch Beobachten kannst du:
Ob es darum geht, Verhalten beim Hund umzulenken oder gefährliche Situationen zwischen Kind und Hund zu vermeiden:
Gutes Beobachten ist oft wirksamer als schnelles Eingreifen.
Manchmal bedeutet gute Begleitung eben nicht, etwas zu tun –
sondern erst einmal genau hinzuschauen. 💛
Wenn du diesen Beitrag nochmal hören möchtest. Unter dem Titel:
“Warum Beobachten mehr als Nichtstun ist”
>> Höre gern in meinen Podcast “Familienglück mit Hundepfoten” hinein. 🎙️
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